Geschichte Musikzug der TG

Vom Spielmannszug zum Musikzug
50 Jahre Turnermusik bei der Turngemeinde 1875 Bad Soden am Taunus
Der Spielmannszug ist die musikalische Abteilung der Turngemeinde 1875 Bad Soden am Taunus e.V. Die Anfänge reichen bis in das 1958 zurück, als sich in der Gaststätte „Zum Taunus“ erstmals ein paar Freunde der Knüppelmusik trafen. Mit 18 Spielleuten ging es damals los. Die Übungsstunden wurden in den Räumen des Sportheimes auf dem alten Sportplatz im Eichwald abgehalten. Erster öffentlicher Auftritt des neu gegründeten Spielmannszuges war der Kostümball der Sodener Turner zur Eröffnung der Karnevalsaison 1959. Bereits im gleichen Jahr kamen ein Fanfarenzug und ein Schülerzug hinzu, mit dem die Nachwuchsarbeit eingeleitet wurde. Mit 33 jugendlichen und erwachsenen Mitgliedern sowie 16 Schülern bestand der damalige Musikzug der Turngemeinde aus 49 Spielleuten.
Mit dem Bau des Kreiskrankenhauses auf dem Gelände des Sportplatzes im Eichwald verlor der Spielmannszug 1965 seinen Übungsraum. Die Ersatzlösung Haus Reiss erwies sich als problematisch. Eine Krise bahnte sich an. Die drohende Einstellung des Spielbetriebes konnte jedoch abgewendet und neue Mitglieder gewonnen werden. Der Umzug in die Räume des alten Feuerwehrgerätehauses, die in Eigenarbeit zu einem zweckmäßigen und gemütlichen Übungslokal ausgebaut wurden, bescherte dem Spielmannszug ab 1970 wieder seine „eigenen vier Wände“.
Das äußere Erscheinungsbild und die instrumentale Ausstattung wandelten sich in den folgenden Jahren durch die Anschaffung von neuen Uniformen und neuen Instrumenten. Als das 100-jährige Jubiläum der Turngemeinde bevorstand, wurde erneut ein Schülerspielmannszug ins Leben gerufen. Im Jahr 1975 präsentierte sich dann der Spielmannszug mit insgesamt 87 Mitgliedern, von denen 56 dem Schülerzug angehörten. Das 25-jährige Jubiläum des Spielmannszuges 1983 versammelte 46 Gastvereine zu einem Freundschaftstreffen in Bad Soden. Die daraus abgeleiteten Verpflichtungen zu Gegenbesuchen eröffneten den Verantwortlichen und den aktiven Spielleuten eine neue Dimension des Spielbetriebes. Die Auftritte erhöhten sich in den Folgejahren auf 30 – 40 jährlich.
Der Anschluss an das Fachgebiet Musik- und Spielmannswesen im Hessischen Turnverband war ein großer Schritt in Richtung musikalische Aufwertung des Spielmannszuges. Die Teilnahme an Wochenendlehrgängen in der Bundesmusikschule sowie an den jährlichen Landeslehrgängen wirkte sich fördernd auf die Weiterentwicklung aus. Bei Gründung eines Landesspielmannszuges des Hessischen Turnverbandes im Jahr 1992 war der Spielmannszug der TG Bad Soden am Taunus mit 14 Teilnehmern vertreten.
Ab 1995 gehörte in jedem Jahr ein 2-stündiges Konzert zum festen Programm. Durch die Erweiterung des Instrumentariums mit Xylophon und Kesselpauken konnte ein Repertoire von traditionellen Märschen, klassischer Operettenmusik und Musicals bis zu moderner Unterhaltungsmusik und lateinamerikanische Musik geboten werden. So wurde aus der ursprünglichen „Knüppelmusik“ ein niveauvolles „Spielleuteorchester“.
Der hohe Standart des letzten Konzertes im Jahr 2002 konnte leider nicht gehalten werden. Aus unterschiedlichen Gründen ging die Zahl der aktiven Spielleute allmählich zurück. Nachwuchs war schwer zu finden
Im Jahr 2004 bestand der Spielmannszug schließlich nur noch aus zwölf aktiven Spielleuten. Um einem weiteren Rückgang oder einer Stagnation der musikalischen Betätigung entgegenzuwirken, wurde nach neuer Motivation gesucht. Gefunden wurde sie in der Schaffung einer zweiten Musikrichtung, der Blasmusik.
Nachdem einige Blechblasinstrumente ausprobiert wurden ein professioneller Ausbilder verpflichtet werden konnte, begann im Herbst 2004 ein neuer Abschnitt. Bald zeigte sich, dass die Umstellung auf die neuen Instrumente nicht so einfach war, wie es am Anfang aussah. Da jedoch die elementaren musikalischen Kenntnisse vorhanden waren, konnten schon bald Fortschritte erkannt werden.
Am Weihnachtsmarkt im Jahr 2005 kam es schließlich mit der Darbietung von Weihnachtsliedern zum ersten öffentlichen Auftritt und an den Faschingsumzügen 2006 wurde erstmals mit der Blasmusik teilgenommen. Die intensive Probenarbeit, insbesondere die Wochenendlehrgänge in der Jugendherberge Burg Breuberg, wirkten sich bald aus, so dass im Jahr 2007 schon dreizehn Auftritte wahrgenommen werden konnten.
In diesem Jahr steht nun das 50-jährige Jubiläum bevor. Da 50 Jahre für eine kleine Abteilung mit vielen Höhen und Tiefen eine lange Zeit ist, soll das Jubiläum gebührlich gefeiert werden.