Die weibliche C-Jugend der TG Bad Soden ist Hessenmeister!

22.03.2012 - Grösster Abteilungserfolg einer Jugendmannschaft

Die Mädchen haben Vereinsgeschichte geschrieben und die erste Hessenmeisterschaft für ihren Verein und die erste Hessenmeisterschaft für den Bezirk Wiesbaden seit vielen Jahren gewonnen.
Die Qualifikation für die Endrunde der drei Oberligameister am 17.3. in Biblis hatten die Mädchen in einer souveränen Runde in der Oberliga Mitte erreicht. Dort wurde man mit 27:1 Punkten und 395:231 Toren ungeschlagen Meister. In den beiden Spielen gegen den Nordmeister TV Bad Hersfeld und den Südmeister HSG Bensheim/Auerbach setzten sich die Mädchen in zwei gutklassigen Handballspielen durch. Der Tross mit Fans, Trainern und Spielerinnen machte sich nach einer kurzen morgendlichen Trainingseinheit und einem anschließenden gemeinsamen Frühstück um 7:45 h im Reisebus nach Biblis auf. Im Gepäck waren neben den üblichen Handballutensilien auch reichlich Lärminstrumente, um für eine würdige Kulisse während der Spiele zu sorgen.
TV Bad Hersfeld – TG Bad Soden 17:20 (9:10)
Im ersten Spiel des Tages um 10 h begannen beide Teams nervös, in den ersten Minuten ging der Ball mehrfach hin und her, ohne dass Zählbares dabei herausgekommen ist. Den besseren Start hatte dann Hersfeld mit dem 2:0, ehe die TG auf 2:4 kontern konnte um ihrerseits dann wieder mit 6:4 in Rückstand zu geraten. Zum Ende der 1. Hälfte ging die Führung dann hin und her, wobei die TG mit einer 9:10 Führung in die Pause ging. In Durchgang 2 hatte zunächst Hersfeld das Sagen und konnte ein 13:11 herausarbeiten, ehe das Pendel wieder in die andere Richtung ausschlug und die TG erst egaliserte und dann selbst mit 13:14 in Führung ging. Das konnte Hersfeld allerdings abermals kontern und ging in der 41. Minute nochmals mit 15:14 in Führung. Dies sollte allerdings die letzte Führung der Festspielstädterinnen gewesen sein, die zwar die Sodener 15:17 Führung nochmals ausglichen, sich aber danach doch an der stabilen Sodener Abwehr um die überragende Torfrau Paulina Gehring letztlich die Zähne ausbissen. Der Sodener Rückraum, der nicht wie gewohnt zum Zuge kam und sein Pass- und Kombinationsspiel nicht wie gewohnt aufziehen konnte, sorgte dann aber mit 3 Toren durch Julika Leichthammer, Berit Mies und Hanna Özer (per 7m) für den letztlich doch verdienten 17:20 Endstand. Dennoch wusste das Bad Sodener Trainergespann Paul Günther und Anke Goslar-Mies die Leistung nicht recht einzuordnen. War die Mannschaft durch die durchaus vorhandene Nervosität eher blockiert oder war der Gegner letztlich doch stärker, als vorher erwartet? Jedenfalls war der Sieg sowohl für die Spielerinnen, als auch die Fans auf der Tribüne Schwerstarbeit. Die Kulisse gab alles und war am Ende vielleicht auch das Zünglein an der Waage, die das Pendel zugunsten der Bad Sodener Mädchen ausschlagen ließ. Nahezu 100 mitgereiste Fans – darunter auch die komplette 1. Damenmannschaft – veranstalteten einen Höllenlärm und Bad Soden zeigte sich auch da meisterlich.
Kader: Paulina Gehring, Anna-Lina Guth 2, Julika Leichthammer 1; Hanna Özer 4,1; Berit Mies 7,5; Finja Seeharsch 5, Anamaria Galesic 1, Svenja Büscher, Cara Ningelgen, Celina Gunkel, Pia Özer

HSG Bensheim/Auerbach - TG Bad Soden 24:32 (13:13)
Im letzten Spiel der Mädchenkonkurrenz gegen den Südmeister HSG Bensheim/Auerbach musste nach dem deutlichen Hersfelder Sieg gegen Bensheim (29:17) die Entscheidung fallen. Eine Niederlage konnte die TG sich nicht leisten, da dann die Tordifferenz den Ausschlag für Hersfeld gegeben hätte. Entsprechend engagiert gingen die Schützlinge von Trainer Paul Günther in die Partie. Schnell konnte man sich auf 0:3 absetzen und über 3:5 und 4:6 die Führung halten. Bensheim glich dann zwar zum 6:6 aus, allerdings setzte sich die TG im Anschluss bis auf 8:11 (18. Minute) ab. Danach allerdings war es nicht die TG die Akzente setzte, sondern Bensheim fand nun besser ins Spiel und konnte zum 11:11 ausgleichen um im Anschluss dann sogar seinerseits 2 Tore zum 13:11 vorzulegen (24. Minute). Erst mit einem Team-Time-Out gelang es Trainer Paul Günther die Mannschaft neu einzustellen und beinahe mit der Schlusssirene traf Anamaria Galesic zum 13:13 Halbzeitstand. Nach dem Wechsel konnte sich zunächst auch keines der Teams absetzen und in der 33. Minute stand es 15:15. Nach weiteren 2 Minuten führte aber plötzlich die TG mit 15:18 und Bensheim nahm ein Team-Time-Out (35.), das allerdings wirkungslos verpuffte. Bad Soden stand nun in der Abwehr sicher und nutzte vorn die Räume, die Kreisläuferin Anamaria Galesic mit eigener Gefährlichkeit und klugem Stellungsspiel schuf. Wie so oft in dieser Saison entschied die TG ein Spiel zwischen der 35. und 45. Minute. Da stand es dann 18:28 und die Meisterschaft war greifbar nahe. Paul Günther brachte ab der 43. Minuten dann auch die Spielerinnen, die sonst nicht die Spielanteile haben und so konnte sich Bensheim am Ende auf 8 Tore heranarbeiten. Der Sieg war allerdings nicht mehr gefährdet und die Hessenmeisterschaft perfekt.
Der Kader: Paulina Gehring, Anna-Lina Guth 2, Hanna Özer 11,2; Finja Seeharsch 3; Berit Mies 7,1; Julika Leichthammer 1, Anamaria Galesic 6, Svenja Büscher 2, Celina Gunkel, Cara Ningelgen, Pia Özer, Denise Dobhan

Ausschlaggebend für den Titel waren am Ende der am ausgeglichensten besetzte Kader der 3 Finalisten, auch wenn das Pass- und Kombinationsspiel nicht so wie gewohnt funktionierte. Im Spiel gegen Hersfeld waren es die Außen Finja Seeharsch und Anna-Lina Guth, weiterhin die Nervenstärke von Berit Mies von der 7 Meter-Linie, die Bad Soden im Spiel hielten. Im zweiten Spiel war es das Zusammenspiel Kreis-Rückraum, das letztlich entweder Kreisläuferin Anamaria Galesic oder aber den Rückraumspielerinnen Hanna Özer, Julika Leichthammer und Berit Mies die Räume schuf. In beiden Spielen war es aber vor allem die Abwehr um die überragende Torfrau Paulina Gehring, die eine klasse Leistung zeigte. Dies erbrachte mal wieder den Beweis, dass Spiele im Angriff, Meisterschaften aber in der Abwehr gewonnen werden. Ein großes Plus dieser Mannschaft ist aber, dass sie eine eben solche ist und hier Jede für Jeden spielt und kämpft. RM