Zwei FSJ-ler bei der TG Bad Soden und TG Schwalbach

06.10.2011 - Mit dem Rad zum Purzelturnen

Zwei Vereine in Schwalbach und Soden leisten sich junge Hilfskräfte für ihre Übungsarbeit.
Philipp Klos (19) und Ferdinand Schad (17) haben ihr Freiwilliges Soziales Jahr bei der TG Schwalbach begonnen. Mit einer halben Stelle sind die beiden auch bei der TG Bad Soden im Einsatz, die erstmals einen FSJ-ler beschäftigt.
Gitta Schill, die Leiterin der Turnabteilung der TG Schwalbach, kann sich das Vereinsleben ohne einen Helfer über das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) gar nicht mehr vorstellen. Denn an allen Ecken und Enden gibt es bei dem 1700 Mitglieder zählenden Verein mit den Abteilungen Budo, Handball, Leichtathletik, Turnen und Volleyball etwas zu tun. 2007 wurde mit dem TG-Eigengewächs Sebastian Kocanda erstmals diese Stelle für ein Jahr besetzt. Es folgten Jonathan Siegfried und Stefan Fink. Jetzt wurden für die beiden Neuen schon eineinhalb Stellen eingerichtet. Der Hauptgrund dafür ist die 125-Jahr-Feier 2012. Da sind Veranstaltungen vorzubereiten und eine Festschrift auf die Beine zu stellen.
"Da können wir die Jungs gut gebrauchen, für die aber – wie von der Hessischen Sportjugend vorgegeben – in erster Linie die Betreuung von Kindern und Jugendlichen im Vordergrund steht", sagt Gitta Schill.
Um 9 Uhr geht‘s los. Der Plan mit den Übungsstunden, die von Philipp Kloss und Ferdinand Schad geleistet werden müssen, ist prall gefüllt. Häufig beginnt der Tag um 9 Uhr mit Eltern-Kind-, Pampers- und Krabbelturnen. Aber auch Purzel- und allgemeines Kinderturnen, Akrobatik, Leichtathletik, Handball, Tischtennis sowie Gerätturnen stehen auf dem "Stundenplan". Arbeitsplätze sind die Sporthallen der Georg-Kerschensteiner-, der Geschwister-Scholl-Schule und der Albert-Einstein-Schule in Schwalbach sowie die Hasselgrundhalle und die Theodor-Heuss-Schule in Bad Soden. Philipp ist mit dem Auto unterwegs, Ferdinand mit dem Fahrrad.
Auch nach dem Wegfall der Wehrpflicht, zu der das FSJ-Jahr früher eine Alternative war, haben Kloss und Schad den Job gerne angenommen. Der Eschborner Philipp Kloss, der bei der Handballspielgemeinschaft Schwalbach/Niederhöchstadt am Kreis spielt, ist nach den ersten Wochen genauso begeistert wie sein aus Schwalbach stammender Kollege Ferdinand Schad, der bei seiner TG als Leichtathlet aktiv ist und für den RV Sossenheim Rennrad fährt. Ihre Bilanz: "Sport ist einfach unser Ding. Schon die ersten Wochen sind top."
Philipp Kloss, der als Handball-Co-Trainer arbeitet und schon als Jugendbetreuer in Freizeiten tätig war, hat in der Eschborner Heinrich-von-Kleist-Schule im Mai 2011 das Abitur gemacht und absolviert derzeit noch ein Fernstudium Sportmanagement. Schad sieht das FSJ-Projekt nach der Mittleren Reife als Berufsfindungszeit. Sein Ziel sei noch unklar, sagt er: "Irgend etwas mit Mechanik." Der vor ein paar Wochen ausgeschiedene Stefan Fink ist Ferdinands Kumpel: "Da habe ich kurz entschlossen die Gitta gefragt, ob ich da noch einsteigen kann."
„Das ist ein Traumjob. Wenn es später mal so etwas gibt für mehr Geld, dann würde ich das machen", schwärmt Philipp Kloss. Für den Posten mit einer 38 Stunden-Woche gibt‘s ein Taschengeld von 300 Euro im Monat, das die Hessische Sportjugend zahlt. Die TG Schwalbach wiederum überweist für jeden FSJ-ler monatlich 420 Euro an die Hessische Sportjugend.
Fünf Wochen im Jahr steht für Philipp und Ferdinand eine Ausbildung bei der Hessischen Sportjugend auf dem Programm. Dabei kann die Übungsleiterlizenz erworben werden, und es ist ein Qualifizierungsprojekt zu leiten. Ansonsten sind ihre Tage ausgefüllt mit den Übungsstunden und dem eigenen Training – und manchmal müssen sie auch am Wochenende ran. Aber sie tun das gerne, und es gibt nur Gewinner: Der Verein, die Sportler und die beiden jungen FSJ-ler, die – wie man so schön sagt – viel fürs Leben lernen.
Von Walter Mirwald - Artikel Höchster Kreisblatt vom 04. Oktober 2011

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