Hasselgrundhalle – notwendiger Standort mit Zukunft

09.05.2010 - Die Sodener Vereine melden sich zu Wort

In den letzten Wochen und Monaten wird in der städtischen Politik heftig um die Frage der Zukunft der Hasselgrundhalle gerungen. Folgender Beitrag soll nicht in die Diskussion gebrachte Alternativen zur Hasselgrundhalle kommentieren, sondern gerade die Notwendigkeit der Erhaltung der Halle am bekannten Standort im Hasselgrund befürworten. Nach vorangegangenen langen Diskussionen, aber einig in der Notwendigkeit, wurde Anfang der 70-iger Jahre die jetzige Halle, also die Hasselgrundhalle, fertiggestellt. Im Rahmen der Planungen und politischen Auseinandersetzungen gab es naturgemäß verschiedene Standortvorschläge als auch Vorstellungen über Größe und Nutzungszweck der Halle. Nicht zuletzt die natürliche Boden- bzw. Untergrundbeschaffenheit im Stadtkern Bad Sodens haben etlichen Ideen (Unterkellerung, mehrere Geschosse etc.) natürliche und in der damaligen Zeit auch bautechnische Grenzen gesetzt. Die Hasselgrundhalle war in der damaligen Zeit für Bad Soden, für die Menschen in unserer Stadt und ihre zahlreichen Vereine ein Segen und ist es auch heute noch. Aktuell verbinden sich mit der Hasselgrundhalle zwei Problemkreise. Der Zahn der Zeit ist nicht spurlos vorbeigegangen. Umfangreiche technische Erneuerungen verbunden mit nicht unerheblichen Kosten sind notwendig. Darüber hinaus und aufgrund seit Jahren ständig wachsenden Nachfrage infolge deutlich erhöhten Raumbedarfes unserer zahlreichen Vereine in Bad Soden platzt die Hasselgrundhalle quasi aus allen Nähten. Dass nun am Sinai eine neue Grundschule gebaut werden muss, hat in der weiteren Folge auch etwas mit erhöhtem Raumbedarf zu tun. Und nicht nur der Zuzug zahlreicher Familien als Grund für die Erweiterung der Grundschule führt auch zu erhöhter Nachfrage in den Vereinen. Die Hasselgrundhalle kann aber nicht mitwachsen. Die neue Halle am Sinai wird eine deutliche Entlastung bringen, aber eine weitere Halle kann die Hasselgrundhalle nicht ersetzen, sondern nur die lang ersehnten und notwendigen Zuwachs bringen. Und genau deswegen darf die Hasselgrundhalle nicht abgerissen werden! Der stetig steigende Bedarf im sportlichen Bereich, aber auch die verstärkte Nutzung bei verschiedenen kulturellen Veranstaltungen, fordern die dauerhafte Erhaltung der Hasselgrundhalle in Bad Soden. Bad Soden ist eine Stadt mit Kultur, und das nicht nur seiner Quellen wegen. Bad Soden ist vermehrt eine interessante Stadt zum Wohnen und zum Leben. Und in diese gewachsene Kultur ist die Hasselgrundhalle fest eingebunden. Unzählige junge Menschen haben in dieser Halle ihre ersten Berührungen mit sportlichen Aktivitäten in jedwede Richtung erlebt. Vom „Pampers-“ bis ins hohe Seniorenalter bietet die Hasselgrundhalle ein vielfältiges Angebot sowohl im Gesundheits- und Breitensport als auch im Leistungssport. Gerade in diesen Tagen hat eine Damenvolleyballmannschaft wieder den Aufstieg in die II. Bundesliga erreicht, auch der Hasselgrundhalle wegen. Und andere Bereiche sportlicher Betätigung ziehen junge Menschen von weither an. Die Sportvereine sind ein Teil der Stadtkultur. Sie stehen in direkter Konkurrenz mit den zahlreichen Fitnessstudios, die zwar sportliche Möglichkeiten, aber nicht die gleichen sozialen Bindungen bieten, wie örtlich gebundene Vereine. Alle Vereine müssen ihre Angebote permanent anpassen und erweitern, um attraktiv zu bleiben. Kinder sollen einen Ausgleich zu Schule, Fernsehen und Computerspielen finden, im Erwachsenen- und Seniorenbereich sind Fitnessangebote und Gesundheitssport wichtig und notwendig. Pilates, Rückengymnastik, Qi Gong, Aerobic, Yoga, Angebote in Handball, Volleyball, Judo, Karate, Inlinehockey, Badminton, Tischtennis: Das Spektrum in Bad Soden ist vielfältig und umfangreich, aber schon jetzt sind viele Kurse überfüllt und , andere können aus Platz- bzw. Zeitgründen gar nicht erst angeboten werden. Aufgrund der Ausweitung der Ganztagsschulen müssen zudem noch mehr Übungsstunden in den Abend hinein verlegt werden. Die räumlichen Möglichkeiten sind mehr als erschöpft. Von der Wetterau bis ins Wiesbadener Hinterland kommen regelmäßig Sportlerinnen und Sportler als dankbare Nutzer der Hasselgrundhalle. Bad Soden braucht daher eine weitere Halle am Sinai bei gleichzeitigerund die gleichzeitige Erhaltung der Hasselgrundhalle, um seinen Bürgern ein attraktives und umfassendes Angebot bieten zu können. Die Kultur und die Sport treibenden Vereine in unserer Stadt leisten einen wesentlichen gesellschaftlichen Beitrag in unserer Gemeinschaft – und dies im Ehrenamt. Diese Software leisten wir Vereine gerne, die Hardware leistet die Gemeinschaft. Wir plädieren für dieses Generationen und politische Grenzen übergreifende Projekt als notwendige und sinnvolle Investition in die Zukunft Bad Sodens. Turngemeinde 1875 Bad Soden e.V. ESSC TSG Neuenhain TSG Altenhain Thomas Braun Vorsitzender