TG Volleyballerinnen besuchen Bad Sodens japanische Partnerstadt Yoro-Cho

14.08.2018 - 10köpfige Teilnehmergruppe lernt Yoro-Cho, die japanische Kultur und ihre Menschen kennen

Nach den langen Wochen der Vorbereitung war es heute endlich soweit. Pünktlich um 11:15 Uhr traf sich eine gespannte Truppe von 8 Jugendlichen und 2 Betreuern am Frankfurter Flughafen. Noch begleitet von vielen Eltern und Geschwistern wurden hier bereits die ersten Gruppenfotos geschossen. Noch schnell den ein oder anderen Koffer umgepackt und das letzte Accessoire für die lange Japanreise besorgt, konnte es auch schon los gehen in Richtung "Land der aufgehenden Sonne". Während des knapp 11-stündigen Fluges könnten wir die Klimaanlage noch genießen, würden wir diese doch in den nächsten Tagen zu schätzen wissen. Die Schlafausbeute während des Fluges hätte unterschiedlicher nicht ausfallen können: Während manch einer vom Abflug bis zur Ankunft quasi durchschlief, wurden ein paar Sitze weiter ganze vier Filme auf dem Hinflug geschaut. Etwas zerknautscht und müde, aber dennoch voller Vorfreude ging es endlich aus dem Flugzeug.


In Nagoya angekommen, wurden wir schon freudig von einigen Japanern aus Yoro-Cho erwartet. Trotz des anstrengenden Fluges ging es für uns direkt weiter in den Bus, der uns nach knapp zwei Stunden Fahrt in Yoro-Cho abliefern sollte. Unterwegs gab es jedoch für die hungrigen Deutschen noch ein Mittagessen. Wer hier an traditionelle japanische Küche gedacht hat, war weit gefehlt. Italienisch stand auf dem Programm und so aßen wir Pizza, Nudeln und Salate.

Um 13 Uhr kamen wir schließlich im Gemeindehaus von Yoro-Cho an. Hier ging der spannendste Teil des Tages los: Endlich sollten wir unsere Gastfamilien kennenlernen. Nach einer kurzen Begrüßung und Einweisung in das bevorstehende Programm, durfte sich zunächst die deutsche Delegation um Steffen Pfeiffer vorstellen. Anschließend wurden wir jeweils unseren Gastfamilien zugeteilt und konnten bei Keksen und kühlen Getränken die ersten Unterhaltungen führen. Um unsere Gastfamilien noch besser kennen zu lernen, konnten wir die Sprachkenntnisse des Dolmetschers in Anspruch nehmen, da nicht alle Familienmitglieder über Englischkenntnisse verfügen. Anschließend gingen wir mit unserem vielen Gepäck beladen in unser neues Zuhause für die kommenden zwei Wochen.

Der Sonntag war den Gastfamilien vorbehalten. Jeder Teilnehmer machte mit seiner Gastfamilie entweder einen Ausflug z.B in ein Aquarium, besuchte einen Staudamm oder erkundete Yoro-Cho inkl. einer Shopping-Tour.

 

Am Montag begann dann das zweiwöchige Programm das die Organisatoren um Frau Ishi, Hiro und Hito erarbeitet haben. Mit einem großen Empfang im Rathaus ging es in den Vormittag. Zunächst wurde uns die Einsatzzentrale der Feuerwehr von Yoro-Cho gezeigt. 5 Kamikaze Feuerwehrleute bewältigten einen Parcours in 1:35 der es in sich hatte. Nun wartete der offizielle Teil, die Begrüßung des Bürgermeisters Ohasi und einiger Abgeordneten des Stadtparlaments. Nach einer Vorstellungsrunde aller Anwesenden gab es den obligatorischen Austausch von Gastgeschenken. Es begann ein reger Austausch zwischen den deutschen Teilnehmern und den Stadtoberhäuptern das mit einem Lunch abgeschlossen wurde. Am Nachmittag ging es dann zum Yukata ankleiden. Die Teilnehmer durften sich ihre eigenen Yukata Motive aussuchen, die dann innerhalb von 9 Tagen zusammengenäht wurden. Danach besuchten wir noch die Firma Mizuno, die vor allem in Yoro Baseball- und Golfschläger herstellt, sowie die Firma Matsunaga die Sportrollstühle herstellt. Hier durften wir ein Rollstuhl Basketball Match machen was allen viel Spaß bereitete.

 

Der Dienstag brachte uns ein Volleyballspiel gegen die beste Schulmannschaft aus der Region Gifu. Man merkte bereits beim Einspielen welch außergewöhnlich gute Technik die Japanerinnen hatten. 3 Stunden Training pro Tag und zusätzlich am Wochenende bedeutete am Ende ein klares 4:0 für die Gastgeber. Dennoch war es eine tolle Erfahrung gegen ein solches Team spielen zu dürfen. Mit dem Bus ging es nun in ein nahegelegenes Hallenbad zum Duschen und weiter in ein japanisches Restaurant wo wir leckere Steaks auf Reis mit Miso Sauce aßen. Nach dem Mittagessen ging es zurück zur Highschool. Dort durften wir die traditionellen Yoro Lampen bemalen und im Anschluss das japanische Bogenschießen (Kyudo) ausprobieren.

 

Am Mittwoch starteten wir mit Kalligrafie. Japanische Schriftzeichen wurden von einem Meister mit einem Pinsel gemalt. Jeder durfte sich ein vorgegebenes oder eigenes Wort mehrmals vorzeichnen bevor es auf ein Tableau geschrieben wurde. Am Mittag ging es nun zum berühmten Wasserfall von Yoro-Cho. Der steile Weg in den Berg von Yoro-Cho wurde wieder zur Herausforderung. Oben angekommen wurden ein paar Fotos geschossen bevor es wieder zurück ging. Eine kleine Wasserschlacht auf dem Rückweg brachte eine angenehme Abkühlung bei 38 Grad. Im Yoro Park konnten wir noch weitere coole Fotos schießen.

 

An den nächsten beiden Tagen stand die Fahrt nach Kyoto an. Die ehemalige Hauptstadt besticht durch ihre vielen Tempel, von denen wir uns 5 ansahen. Der Abend war neben den Tempel-Besuchen das Highlight. Zunächst ging es in ein Sushi Restaurant (sehr lecker) und von 8-11 Uhr hatten wir beim Karaoke sehr viel Fun. Freitagabend kamen wir alle müde zurück zu den Gastfamilien wo uns ein Gastfamilien Wochenende bevorstand.

 

Auch hier erlebten wir wieder Japan mit seiner einzigartigen Schönheit kennen. Japanisches Barbecue, Brunch, Udon, Ramen oder Souba Restaurants, Freizeitpark, Waterpark und viele tolle Dinge mehr erlebten die Teilnehmer mit ihren Gastfamilien.

 

Nach dem Wochenende sollte es am Montag nun mit dem zweiten Teil des Programms weitergehen. Am Montagmorgen stellten wir aus Sojabohnen Tofu her. Aus dem was übrig blieb stellten wir Donuts her. Am Nachmittag wartete die Takada Junior Highschool auf uns. Nach dem freundlichen Empfang einiger Schüler mit einer Tasse Tee ging es zum Judo. Fast alle durften mit den japanischen Judokas ein paar Übungen sowie Würfe ausprobieren. Im Anschluss durften wir noch mit den Badmintonschülern trainieren.

 

Der Dienstag begann mit dem Besuch der Tobu Junior Highschool. Nach einer kurzen Powerpoint-Präsentation durften wir ein 45minütiges Volleyballspiel gegen die Schulmannschaft machen. Auf zwei Feldern hatten wir mega Spaß mit den japanischen Mädels, die nach zwei Jahren bereits sehr gut spielen konnten. Die nächste Sportart die wir gezeigt bekamen war die japanische Kampfsportart Kendo. Abschließend eine Runde Tischtennis und schon saßen wir wieder im Bus ins Hallenbad zum Duschen. Nach einem kurzen Lunch ging es in den größten Supermarkt von Yoro um für unseren Deutschen Abend einzukaufen. 3 Stunden Zeit blieben uns für unsere Gastfamilien ein Menü zu kochen. Auf dem Speiseplan stand als Vorspeise ein gemischter Salat, mit Pinienkernen und Parmesan Spänen sowie ein Vitello Tonnato. Die Hauptspeise waren Kartoffelknödel mit Schweine- bzw. Rindergeschnetzeltem und Erbsen-Karottengemüse. Das Dessert war ein leckerer Kaiserschmarrn mit selbstgemachten Apfelmus. Gesättigt und zufrieden fuhren alle Teilnehmer mit ihren Gastfamilien nach Hause.

 

Mittwochmorgen ging es mit dem Bus zu einem Blumenladen wo wir für unsere Gastfamilien ein Blumengesteck selbst kreieren durften. Dann hieß es nochmal unsere 3 Acts für unsere abendliche Vorführung zu üben. Nach dem Mittagessen fuhren wir zu Frau Ishis großem Haus. Im ersten großen Raum durften wir unter Leitung eines Meisters japanische Süßigkeiten herstellen. Danach durften wir von 4 Damen der Tanzgarde begleitet fünf japanische Tänze tanzen. Bei fast 40 Grad ein anstrengender Job! Nun ging es in einen Raum wo Teezeremonien stattfinden. In zwei Gruppen genossen wir eines unserer selbst hergestellten Süßigkeiten und tranken dazu den traditionellen japanischen grünen Tee. Jetzt war es endlich soweit. Das Ankleiden unserer Yukatas. Schnell ein paar Fotos geschossen und schon ging es im japanischen Gewand zum Sayonara Abend. Hier warteten unsere Gastfamilien sowie Bürgermeister Ohasi und viele andere Gäste. Zunächst sprach Bürgermeister Ohasi, gefolgt von Delegationsleiter Steffen Pfeiffer, dessen Rede von Maik Hainelt unserem Dolmetscher ins japanische übersetzt wurde. Erneut wurden Gastgeschenke gegenseitig ausgeteilt wobei sich die Deutschen Teilnehmer über eine Menge Geschenke freuen durften. Im Anschluss war das große Büffet eröffnet, leckere japanische Dinge gab es zu Essen. Um 19 Uhr sollte nun unsere Vorführung starten. Noemie Klein spielte Gitarre und sang das Lied "All About That Bass" von Meghan Trainor. Die anderen Teilnehmer klatschten, ebenso wie ihre Gastfamilien, tanzten und bildeten den Background. Der zweite Act war der bekannte Cup-Song, alle Teilnehmer hatten fleißig geübt und konnten die japanischen Gäste überzeugen. Abschließend gab es das deutsche Lied: "So ein schöner Tag (Fliegerlied"! Hier luden wir die Japaner zum Mitmachen ein, das sie dankend annahmen. Als Abschiedsgeschenk gab es dann noch 3 japanische Tänze, die wir glücklicherweise mittags bereits geübt hatten. Mit Schmetterlingen im Bauch ging es dann gegen 21 Uhr wieder nach Hause zu den Gastfamilien.

 

Der Donnerstag führte uns nach 2,5 stündiger Fahrt in eine Stadt namens Mie. Hier fanden die japanischen Junior High-School Volleyball Meisterschaften statt. Ein sehr hohes Niveau und eine unglaubliche Stimmung von den vielen mitgereisten Eltern und Fans waren für uns sehr eindrucksvoll, hatten doch einige von uns bereits an Deutschen Meisterschaften teilgenommen. Auf dem Rückweg ging es noch auf einen Berg mit der Seilbahn auf 1200 Meter. Dann war der vorletzte Tag Geschichte.

 

Am letzten Tag fuhren wir mit der Bahn in die Großstadt Nagoya. Hier sollte Shopping im Vordergrund stehen. Zunächst durften wir im höchsten Bahnhof der Welt einkaufen. Auf zwei Etagen gab es Tokyo Hands Waren. Auf den anderen 10 Etagen gab es Markenware in Hülle und Fülle. Hobbykoch Pfeiffer gönnte sich ein japanisches Fisch- und Fleischermesser für seine Küche. Am Nachmittag fuhren wir innerhalb Nagoyas noch zu einem großen Markt, auf dem man sich leicht verlaufen kann. Hier hatten wir weitere zwei Stunden Zeit zum Einkaufen. Souvenirs standen nun auf dem Einkaufzettel. Dass es uns gut ging besuchten wir davor einen kleinen Burgerladen bei dem es sehr leckere Burger gab. Als wir am Abend nach Yoro zurückkamen gingen wir gemeinsam auf ein Straßenfest und konnten noch einmal viele Einwohner Yoros sehen. Bei Würstchen am Spieß, grünem Tee oder einem japanischen Bier ging hinter den Bergen Yoros langsam die Sonne unter. Der letzte Abend bei den Gastfamilien hatte begonnen.

 

Samstagmorgen um 5.30 Uhr trafen sich die Deutschen Teilnehmer, ihre Gastfamilien, Bürgermeister Ohasi und Mitarbeiter des Rathauses bzw. des Exchange Komitees um Abschied zu nehmen. Wie immer ging es tränenreich zu Ende, allerdings im Wissen das die neuen Freundschaften auch in der Zukunft gepflegt und fortgeführt werden. Einige Gastfamilien sind noch mit zu endgültigen Verabschiedung mit zum Flughafen von Nagoya gefahren. Auf dem 12 stündigen Rückflug blickten wir auf unvergessene 15 Tage Yoro zurück. Am Flughafen zurück zückten wir schnell unsere Yukatas um die abholenden Familien zu überraschen was uns sichtlich gelang. Die Abschlussfotos zeigen eine überglückliche Reisegruppe, die am liebsten noch länger geblieben wäre.