Die U16 Volleyballerinnen der TG Bad Soden gehören zur Top 10 in Deutschland

15.05.2017 - Tolle Leistung wird mit Platz 9 belohnt!

Am 12. Mai trafen sich die U16-Mädels der TG Bad Soden mit ihrem Coach Steffen Pfeiffer sowie ihren Co-Trainern Anneke Thiede und Leonie Schenk für die Mission Deutsche U16-Meisterschaften. Ford Autohaus Nauheim Eschborn stellte den Volleyballerinnen einen 9-Sitzer zur Verfügung. Unser Herzlicher Dank an Stefan Nauheim! Chef Organisatorin Katja Wehrheim und Eni Konrath stellten die beiden anderen 7-Sitzer zur Verfügung. So setzte sich der 19-köpfige Tross in Richtung Lohhof (Bayern) in Bewegung.

Nach 4 ½ Stunden hatte man die knapp 400km hinter sich und suchte ein idyllisches Plätzchen an einem nahegelegenen See. Die Eltern hatten ein Picknick vorbereitet. Bei Sonnenschein und gesundem Essen bereitete Coach Pfeiffer sein Team aufs Wochenende vor. Um 16 Uhr begann die Trainingseinheit in der Spielhalle, bei der alle 12 Spielerinnen hochmotiviert zu Werke gingen. Nach dem Abendessen sollten die Mädels ihre eigenen Ziele für die Deutschen Meisterschaften definieren, niederschreiben und danach wurde das Schriftstück von allen Spielerinnen und Trainern unterschrieben.

Am Samstagmorgen um 6.30 Uhr wurden die Mädels von ihrem Coach geweckt. Jetzt hieß es, so schnell wie möglich wach werden. Um 9 Uhr begann die Eröffnungsfeier im Carl-Orff-Gymnasium in Lohhof. Der Einmarsch der 16 besten Teams Deutschlands hinterließ Gänsehaut bei Aktiven und Zuschauern gleichermaßen. Diese Atmosphäre gipfelte mit der Deutschen Nationalhymne, die von der Oberschleißheimer Blaskapelle gespielt wurde.

Danach begann die erste Spielrunde, bei der wir glücklicherweise noch zuschauen durften und ein paar Impressionen tanken durften, was dann gleich auf uns zukommen würde. Das erste Spiel einer Volleyball-Jugendmannschaft der TG Bad Soden auf einer Deutschen Meisterschaft führte uns gegen das jüngste Team der DM, den TV Villingen. Die Sodener Mädels starteten furios und gingen zunächst mit 6:3 in Führung. Nach und nach legte das junge Villinger Team die Nervosität ab und konnte mit druckvollen Aufschlägen die Sodener Annahme vor große Probleme stellen. Dennoch hatten die Sodener am Ende des ersten Satzes die besseren Argumente im Angriff und gewannen den ersten Durchgang mit 25:22. Im zweiten Satz brachen die Gegner ein bisschen ein und nachdem der zweite Satz mit 25:17 unter Dach und Fach gebracht wurde, stand der erste Sieg auf einer DM fest.

Das zweite Spiel ging gegen FTSV Straubing, die ihr erstes Spiel gegen Volley Team Berlin mit 2:1 gewinnen konnten. Ehrfürchtig starteten die Sodener Girls in den ersten Satz und kamen beim 9:25 unter die Räder. Doch Coach Pfeiffer rüttelte seine Mädels wach und erweckte ihren Kampfgeist. Jetzt war es ein Duell auf Augenhöhe. Beim 24:24 standen wir knapp vor einer Entscheidung im Tie-Break. 2 starke Aufschläge von Straubing besiegelten am Ende einen glücklichen 26:24-Satzgewinn. Völlig verdient gewann Straubing dieses Match. Wir hingegen gingen trotz der Niederlage gestärkt durch den zweiten Satz in die nächste Partie gegen Volley Team Berlin.

In einer auf hohem Niveau geführten Partie war Bad Soden am Ende der glückliche Sieger. Jugendnationalspielerin Paula Gürsching avancierte immer mehr zum Punktgaranten und wurde von Spiel zu Spiel stärker. Sima Batanova war eine aufmerksame Mittelblockerin und machte es den gegnerischen Angreiferinnen, sehr schwer den Ball im Sodener Feld unterzubringen. Nicht gut sah es bei der zweiten Außenangreiferin Katharina Mayer aus, die leicht angeschlagen in das Turnier startete und Mitte des ersten Satzes ausgetauscht wurde. Hier schlug die Stunde für Niku Aghazadeh, die mit einer guten Annahmeleistung, druckvollen Aufschlägen und intelligenten Angriffen ein wichtiger Baustein beim späteren 2:0 (25:21, 25:23) war. Unglaubliche Szenen gab es nach dem Spielende. Wir hatten uns zwar gewünscht, dass wir gut ins Turnier starten, dass es am Ende der zweite Platz in der Vorrundengruppe war, machte uns alle sehr stolz.

Jetzt ging es ins Überkreuzspiel gegen den späteren Vizemeister VoR Paderborn. Dass wir in diesem Spiel gegen die Gruppe B2 spielten mussten (was im Vorfeld im Spielplan so gesetzt war), war am Ende wirklich bitter. In dieser Gruppe spielten mit dem späteren Deutschen Meister Dresdner SC, VoR Paderborn und dem SV Mauerstetten die Medaillengewinner der DM. Vielleicht hätte man gegen die eine oder andere Mannschaft eine theoretische Chance gehabt, aber Parderborn stellte sich als zu großes Hindernis heraus. Im ersten Satz fehlte zudem Katharina Mayer auf der Außenposition, der am Ende mit 13:25 deutlich an die Parderborner ging. Im zweiten Satz kämpften die Sodener Mädels nochmal und stemmten sich gegen die Niederlage. Der zweite Satz ging ebenfalls mit 19:25 an den Gegner. Somit spielte Paderborn um die Plätze 1-8 und wir standen als Verlierer automatisch in der Runde um die Plätze 9-12.

Am Sonntagmorgen ging es ins Spiel gegen die Jugend des amtierenden Deutschen Meister Schweriner SC. Coach Pfeiffer sagten seinen Mädels, dass ein Sieg durchaus möglich sei. Man müsse mutig agieren und versuchen Druck aufzubauen. In diesem Spiel konnte die Mannschaft auf die Dienste von Katharina Mayer zurückgreifen, mit Massagen wieder einsatzfähig gemacht wurde. Sie stabilisierte die Annahme und konnte durch einige gute Angriffsaktionen ihren Teil zum späteren 2:0 (25:23, 25:12) beitragen. Sichtlich beeindruckt waren die Schweriner Mädels vom Kampfgeist der Sodener Girls. Nachdem sie den ersten Satz ganz knapp verloren haben, kamen sie im zweiten Satz gehörig unter die „Kurstadt-Räder“! Beim 25:12 avancierte neben Paula Gürsching Zuspielerin Natalie Konrath zum Matchwinner. Mit gutem Zuspiel, diversen Zuspielfinten und dem eine oder anderen Drückball verhalf sie ihrem Team zum deutlichen Satzgewinn. Mit dem dritten Sieg im fünften Spiel zog das Sodener Team ins Spiel um Platz 9 ein.

Hier ging es nun abschließend gegen das SWE Volley-Team aus Erfurt. Hier spielte die Mannschaft erneut wie aus einem Guss. Mara Wehrheim sammelte viele wichtige Punkte auf der Diagonalposition und schlug sehr gut auf. Chantale Sarasan konnte jetzt einige Bälle blocken und kämpfte in der Feldabwehr wie ein Löwe. Nachdem Erfurt den ersten Satz trotz allem Einsatzes mit 21:25 gewinnen konnte, sah alles nach der dritten Niederlage aus. Dieser Eindruck wurde verstärkt, nachdem Mitte des zweiten Satzes Mittelblockerin Sima Batanova mit einer Fußverletzung vom Feld gehen musste. So bekam Mittelblockerin Anna Trappmann eine weitere Chance auf Einsatzzeiten. Bad Soden wehrte 3 Matchbälle ab. Paula Gürsching lief zu diesem Zeitpunkt zur Höchstform auf, drosch den Ball ins gegnerische Feld und ignorierte dabei jeden Erfurter Block. Als Anna Trappmann beim 28:28 zum Aufschlag schritt, hätte sie nie gedacht, dass sie zwei Minuten später in allen Armen ihrer Mitspielerinnen und Trainer liegen würde. Anna konnte den ersten Ball so aufschlagen, dass der Ball von Erfurt nur als Dankeball übers Netz kam. Unser Angriff versenkte den Ball im gegnerischen Feld und hatte somit Satzball. Anna traf den Aufschlag so genial, dass er sich auf dem letzten Quadratmeter im hinteren rechten Eck auf Erfurter Seite einschlug: 30:28! Nun musste der Tie-Break die Entscheidung bringen. Beim 0:2 fand Coach Pfeiffer in der sofort genommenen Auszeit erneut die richtigen Worte: „Platz 9 ist doch viel besser als Platz 10.“ Jetzt war es ein richtiger Fight auf grandiosem Niveau im Spiel um Platz 9. Beide Mannschaften schenkten sich nichts. Immer öfter bekam Käpt´n Paula Gürsching nun die Pässe. Egal ob als Vorderspielerin oder im Hinterfeldangriff. Sie verzauberte die zahlreichen mitgereisten Eltern, ihre Trainer und die Zuschauer auf der Tribüne und avancierte zu einer der Top-Angreiferinnen dieser Deutschen Meisterschaft. Als der 15:12-Satzgewinn und 2:1-Sieg feststand, brachen nun alle Dämme. Schreiend hüpften die Sodener Mädels übers Feld. Ein ganz toller Erfolg für unsere Girls. 9. Platz bei der ersten Deutschen Meisterschaft – einfach nur toll!

Als Paderborn dann ins Endspiel einzog und dem Dresdner SC alles abverlangte, wurde das Gefühl über das Erreichen des 9. Platz sogar noch verstärkt. Überglückliche Sodenerinnen machten sich dann auf die Heimreise mit dem Bewusstsein etwas großartige

Ihr Ansprechpartner: Steffen Pfeiffer