LG BSN - Staffeln: 2 Hessenmeistertitel – 2 DM-Qualis - 2 Kreisrekorde

31.05.2016 - Bei den diesjährigen Hessischen Staffelmeisterschaften in Bürstadt war die LG BSN mit 13 Staffeln am Start und holte insgesamt 10 Medaillenamt

Das Meisterquartett - v.lks. Kai Strauch, Andrej Seifert, Milan Zengeler, Marius Moser

Der sehr erfolgreichen Tradition der Staffelerfolge der LG BSN wurde ein neues Kapitel hinzugefügt. An diesem denkwürdigen 26. Mai 2016 passte für Andrej Seifert, Milan Zengeler, Marius Moser und Kai Strauch im Leichtathletikstadion von Bürstadt einfach alles:  2 mal stand das Quartett ganz oben auf dem Siegerpodest der hessischen Staffelmeisterschaften – über 4x100m und über 4x400m holte es die Meistertitel in die Kurstadt, 2 mal wurde die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften gelaufen und je einmal ein neuer Kreisrekord und Vereinsrekord aufgestellt.

In beiden Finals ging es eng zu – über die einfache Stadionrunde lag die Siegerzeit mit 43,58 um 2/10 unter der Zeit der zweitplatzierten LG Eintracht Frankfurt und am Ende der 1600m der 4x400m Staffel waren es gerade mal 12/100 Vorsprung vor der LG Friedberg-Fauerbach. Flüssige Wechsel bei der Kurzstaffel und eine großartige kämpferische Leistung auf den vier Stadionrunden waren wesentliche Merkmale.
Diese 4x400m waren eine jener Staffelschlachten, an die man sich noch lange erinnern wird. Jeder der vier Läufer kämpfte mehr oder weniger bis zum Umfallen Bord-an-Bord mit den Friedberger Konkurrenten, frenetisch angefeuert von der großen LG-Truppe (die anderen LäuferInnen, Trainer, Eltern und mitgereiste Fans). Und am Ende konnte Schlussläufer Kai Strauch dann nach 3:29,49min knapp, aber deutlich das Staffelholz in die Luft stoßen, wie schon rd. 2 Std. vorher bei den 4x100m. Der Chronist, der in seinen jüngeren Jahren selbst die Höhen und Tiefen von 4x400m Staffeln in unzähligen Rennen erlebte, hat selten ein aufregenderes Finale in dieser großartigen Disziplin verfolgen können.

Mit der Siegerzeit wurde die Quali für die DM (3:32,20) klar unterboten und nun dürfen sich die vier auf die Reise zu den Deutschen Meisterschaften in Kassel (im Rahmen der DM der Männer und Frauen am 18./19.6) freuen. Der letzten Auftritte einer LG Staffel waren den U 20-Mädels vorbehalten -  2012 belegte die 4x400m Staffel in Wattenscheid  den 6. Platz, im letzten Jahr langte es in Nürnberg leider nicht zum Finale.
Das Quartett kann sich aber auch auf eine weitere Reise zu Deutschen Meisterschaften freuen – zu den „eigentlichen“ Deutschen Jugendmeisterschaften Ende Juli in Mönchengladbach-Rheydt. Denn mit der Siegerzeit von 43,58 für die 4x100m wurde die DM-Quali von 43,80 merklich unterboten. Diese Zeit bedeutet aber auch gleichzeitig neuen Kreisrekord. Den alten hielt die LG Stadt Hattersheim mit 43,61, aufgestellt 2005 bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig – ein gutes Omen für unsere Staffel für weitere Steigerungen?

Seit drei Jahren stehen bei den früheren Hessischen Langstaffelmeisterschaften auch die Kurzstaffeln im Programm. Das hat wesentlich zur Belebung der Veranstaltung und zur Stimmung beigetragen. Das ideale Wetter trug wie im vergangenen Jahr in Viernheim zusätzlich zu der gelungenen Veranstaltung bei. Mit großem Aufgebot war die LG BSN am Start. Insgesamt gingen 13 Staffeln ins Rennen – von U 14 bis M 50. War schon diese Teilnahmezahl eine bemerkenswerte Leistung, so fiel auch die ergebnismäßige Bilanz sehr positiv aus, denn neben den beiden Titelgewinnen gab es weitere Medaillen, darunter auch drei erste Plätze und ein zweiter Rang für die Senioren.

Den zweiten Kreisrekord gab es für die w U 20. Victoria Bruckert, Naomi Heidrich, Helena Broj und Paula Wendt verbesserten mit 50,49 die 38 Jahre alte Bestmarke des SV Hattersheim um 5/100 sec. Der Rekord war überfällig, hatten sich doch immer wieder LG-Staffeln daran versucht. Aber Verletzungen, Krankheiten und nicht zuletzt Disqualifikationen auf Seiten der LG ließen diesen Uraltrekord immer wieder überleben. Mit der nun gelaufenen Zeit holte das Quartett auch die ersehnte Medaille (aus Bronze), denn vor 2 Jahren (damals noch U 18 und mit Julia Koß, die diesmal - als Reserve - wieder dabei war) landete es in Wehrheim auf dem undankbaren 4.Platz und im letzten Jahr in Viernheim war es Platz 5 (mit Viktoria Hofherr und Natascha Seifert statt Paula und Helena).

Und ebenfalls wie schon in den beiden vergangenen Jahren bildete die Läuferinnen der 4x100m Staffel auch das Korsett für die 4x400m Staffel der U 20 – eine der Staffeln mit der größten Meisterschaftstradition überhaupt. Victoria Bruckert, Naomi Heidrich und Helena Broj, dazu Julia Kanning, holten sich in einem ebenfalls großartigen Rennen die Silbermedaille hinter der LG Friedberg-Fauerbach. Lange war das Rennen offen, aber dank ihrer starken Schlussläuferin hatten die Friedbergerinnen am Ende die Nase vor. So endete das 4x400m-Vereinsduell der U 20 mit einem leistungsgerechten 1:1.
Für Vicky Bruckert war es die vierte Silbermedaille hintereinander, lief sie doch schon vor drei Jahren (damals noch als Schülerin) in der Staffel. Es wird Zeit, dass sie endlich mal ganz oben steht. Insgesamt war es für die LG in 7 Jahren die 6. Medaille der w U 20 über 4x400m – 2011 war keine Staffel am Start, 2012 wurde in Wetzlar der Titel geholt, die andere Medaillen waren alle aus Silber.

Silbermedaille Nr. 2 holte sich die 4x100m Männerstaffel mit Ermias Abrhaley, Steffen Trenk, Nico Best und Alex Lierke, die damit die im letzten Jahr durch Disqualifikation verpasste Medaille „nachholte“. Gegen das superstarke Quartett aus Wiesbaden war kein Kraut gewachsen, aber dahinter kamen schon die vier von der LG. Ihre Zeit von 43,02 ist die zweitschnellste Zeit, die je von einer LG-Staffel gelaufen wurde. Und dabei musste die Staffel im bisherigen Saisonverlauf immer wieder in neuer Besetzung antreten. Selbst in Bürstadt wurde nochmal zwischen Vorlauf und Endlauf ausgetauscht. Weil Startläufer (und 100m-Kreismeister) Ermias leicht angeschlagen war, musste Trainer Jochen Dittombée auf seine „alten Tage“ nochmal im Vorlauf ran (wie  auch schon bei den Kreismeisterschaften). Im Endlauf lief dann Ermias, aber man merkte ihm an, dass er nicht im Vollbesitz seiner Fähigkeiten war

Die Bronzemedaille der m U 16 4x100m-Staffel mit Leo Kohlhepp, Vincent Pruy, Luis Lange und Till Müller war von besonderer Art. Das Quartett holte im Winter in der Halle völlig überraschend die Silbermedaille über 4x100m. Der Freiluftauftakt verlief ebenfalls verheißungsvoll. Mit 47,82 bei den Kreismeisterschaften waren die vier nicht mehr weit von der DM-Quali entfernt. Aber wie das dann oft so ist mit Staffeln – Johann Reiter weilte am Fronleichnamstag in Frankreich und so musste einer der ganz Jungen ran. Till Müller ist erst M 13, ist sehr schnell über 800m, läuft auch schnell auf der Kurzstrecke, aber eben – M 13 – nur über 75m. Nun also 100m und dann noch als Schlussmann (die anderen drei waren ja eingewechselt) – aber Till hielt sich bravourös und so langte es mit 48,50 zur Bronzemedaille!

Die jüngeren Jahrgänge waren diesmal nicht so zahlreich vertreten wie in den letzten Jahren, aus unterschiedlichen Gründen. Für die 4x100m Staffel der w U 16 (Leeloo Pruy, Aliya Plati, Michelle Henning, Christina Richter) war nach den Vorläufen leider Schluss. Aber ihre 54,14 bedeuten immerhin Platz 6 in der ewigen Vereinsbestenliste. Über 3x800m waren Till Müller, Joscha Kunstmann und Adrian Droz bei der U 14 unterwegs. Nach 8:23,64 sprang Platz 9 dabei raus.

Für die SeniorInnen gab es 3 Titel – die 3x1000m Staffeln der M 40 (Walter Lindow, Andreas Geisser, Andreas Reuschenbach) und der M 50 (Frank Richter, Tommy Mäkitalo, Peter Conrad) und die 4x400m der W 30 (Margret Göttnauer, Irene Bell, Sabine Müller, Anne Reuschenbach). Einen 2. Platz steuerte die 3x800m Staffel der W 40 (Margret Göttnauer, Sabine Müller, Irene Bell) bei. Vielstarterin an diesem Tage war Trainerin Sabine Müller, die neben ihren Teilstrecken über 400m und 800m auch noch über 4x100m mit der W 30 (mit Vanessa Lemence, Anne Reuschenbach und Irene Bell) unterwegs war. Allerdings musste diese Staffel leider aufgeben.

Große, große Freude auch bei den Trainern Sabine und Christian Müller, Jochen und Silke Dittombée sowie Eileen Müller. Was gibt es für Trainer eine größere Belohnung für ihre jahrelange Arbeit als - neben einer trainingsfleißigen, intakten Gruppe - den Erfolg mit derartigen Leistungen?
Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an alle!

Staffeltage wie dieser erfüllen aber auch noch eine weitere, ganz wichtige Funktion. Es gibt keine Einzeldisziplinen - jedes Mal, wenn eine Staffel antrat, starteten die Anfeuerungen all derjenigen, die sich nicht gerade selbst vorbereiteten. Der Mannschaftsgeist und das Gruppenerlebnis bekommen dann ihre große Bedeutung. Hier hinein passt auch, dass Julia Koß, Luis Cuadrado, Niggina Jamali und Joscha Kunstmann in Bürstadt mit von der Partie waren, um im Notfall einspringen zu können (neben Trainer Jochen Dittombée, der dann auch ran musste). Joscha lief auch selbst in der 3x800m-Staffel, er stand aber auch bereit, um ggf. bei der U 16-Staffel einspringen zu können. Dieser Einsatz aller Genannten ist in einer überwiegend Einzelsportart wie der Leichtathletik nicht selbstverständlich - umso mehr verdient er hier, besonders erwähnt zu werden.