LG BSN - Peter Oberließen - MTK-Leichtathlet des Jahres 2015

09.03.2016 - Als sechster Athlet der LG BSN wurde Peter Oberließen als Leichtathlet des Jahres des Main-Taunus-Kreises geehrt.

Peter Oberließen mit Trophäe und Urkunde- lks A. Rückert, re. H. Theinl vom Kreis-LA-Verbandd

Vollzeit im Berufsleben, Familienvater, Leistungssportler mit deutschen Meistertiteln, deutschen Rekorden und Weltmeisterschaftsmedaillen – wie geht das? Nun, wie auch sonst im Leistungssport - mit der Disziplin eines wohlorganisierten Tagesablaufs, mit Verständnis und Unterstützung der Familie, mit Hingabe, Ehrgeiz und klaren Zielen. All das kommt bei Peter Oberließen zusammen – der Seniorenleichtathlet von der LG Bad Soden/Sulzbach/Neuenhain wurde Leichtathlet des Jahres 2015 im Main-Taunus-Kreis.

Beim Kreisleichtathletik-Tag am 26. Februar 2016 bekam der 55-jährige Prozessoptimierer (Unternehmensberatung) Ehrenpokal und Urkunde von Hans Theinl, dem Vorsitzenden des Wahlgremiums des Kreisleichtathletikverbandes, überreicht. In seiner Laudatio hob Theinl die beeindruckenden Erfolge von Peter im abgelaufenen Jahr hervor. Darauf wird noch einzugehen sein.

Mit Peter Oberließen wurde nach Klaus Wagner (2008) sowie Ellise Meyer (2010), Steffen Trenk (2011), Silke Pufahl (2012) und Anne Reuschenbach (2013) schon zum sechsten Mal ein Athlet oder eine Athletin der LG BSN mit dieser hohen Kreis-Auszeichnung geehrt – auch dies ein Zeichen für die ausgezeichnete Arbeit der hiesigen Leichtathletikgemeinschaft.

2015 war ein besonderes Jahr in der recht atypischen und auch nicht immer kontinuierlichen Karriere von Peter Oberließen. Von der Grundschulzeit bis kurz vor dem Abitur 1980 hatte er immer Leichtathletik betrieben. Danach während der Studentenzeit und zu Beginn seiner beruflichen Tätigkeit dann die große Pause. Erst 2005 fing er wieder mit Laufen an, bestritt 2007 seinen ersten Wettkampf für die LG BSN. Dazu später mehr. Trotz zweier Hallenweltmeistertitel in der Altersklasse M 50 im Jahr 2012 war 2015 sein bisher erfolgreichstes Jahr, jetzt in der Altersklasse M 55.

Eine imponierende Bilanz, die sich da für 2015 ausbreitet - von zwei 800m-Kreismeistertiteln (Halle und Freiluft) bis zu einer Bronzemedaille mit der deutschen 4x400m Staffel bei den Seniorenweltmeisterschaften in Lyon.
4x mal wurde er Deutscher Meister – jeweils 2x in der Halle und im Freien über 400m und 800m. Über 800m lief er erst in der Halle (sogar 2x, einer davon bei den Kreismeisterschaften!), dann im Freien Deutschen Rekord (gelaufen bei der Bahneröffnung in Bad Soden) und über 400m Hessischen Rekord. Dazu kamen 8 Hessische Meistertitel - 3 in der Halle (200m, 400m, 800m) und 5 im Freien (100m, 200m, 400m, 800m, 1500m). Nicht ganz so erfolgreich war sein Auftritt bei den Seniorenweltmeisterschaften in Lyon. Im 800m-Finale stolperte er schon nach 250m in einem Kurvengedränge über einen Mitstreiter – aus der Traum von einer Medaille. Eine kleine Entschädigung war dann die Bronzemedaille, die er mit der deutschen 4x400m Staffel gewann. In einer Staffel (4x200m) hatte er dann auch zum Saisonende noch einen Start – er wurde in die deutsche Nationalmannschaft für das Internationale Senioren Challenge, ein Länderkampf mit Frankreich und Belgien, im belgischen Saint Mard berufen.

Seinen ganz großen Auftritt hatte Peter aber Ende August 2015. Er wurde von der World Masters Athletics, dem internationalen Weltverband der Senioren-Leichtathletik, für einen Senioren-Wettbewerb nominiert, der im Rahmen der IAAF-Weltmeisterschaften Ende August in Peking (China) durchgeführt wurde, sporthistorisch handelte es sich um den ersten Auftritt von Seniorensportlern bei einer WM. Hier kam er in einem international renommierten M 50+ Feld auf einen großartigen 6. Platz über 800m. Dieser Lauf im vollbesetzten Olympiastadion in einer einmaligen Atmosphäre war eins der schönsten und nachhaltigsten sportlichen Erlebnisse in seiner Laufbahn.

Peter Oberließen lebt und arbeitet seit 1998 im Rhein-Main-Gebiet, seit 2005 startet er in für die LG BSN. Er begann in der 4. Grundschulklasse in seinem Heimatort Brilon (Sauerland) im örtlichen Turnverein mit der Leichtathletik. Wie viele Mädchen und Jungen in jungem Alter betrieb Peter auch noch andere Sportarten wie Tischtennis (auch im TV Brilon) oder Volleyball in der Schulmannschaft: „Sport war während der gesamten Schulzeit ein starkes Thema“. Seine leichtathletische Karriere verlief in diesen Schüler- und Jugendjahren nach dem üblichen Muster – Dreikämpfe, später Spezialisierung, in seinem Fall auf die Mittelstrecken, insbesondere 800m. Das vorläufige Ende kam dann vor dem Abitur. Seine 800m-Bestzeit reichte nicht für die Qualifikation für die Westdeutschen Jugendmeisterschaften. Die Motivation war weg, der Sport nicht mehr das große Thema, die engagierte Mitarbeit bei Amnesty International schon eher. Peter machte 1980 sein Abitur, studierte dann in Marburg, machte seinen Abschluss als Diplom-Politologe. So ganz ließ ihn der Sport während der Studienzeit aber nicht los. Jedes Jahr legte er das Sportabzeichen, meistens zusammen mit seinen Brüdern, ab - heute wieder eine liebgewordene Übung, inzwischen mit seiner Frau und der jüngsten Tochter, die noch zu Hause ist. Die anderen beiden Kinder sind inzwischen erwachsen.

Eine Politologen-Karriere hat Peter dann aber doch verworfen – während 18 Monaten schulte er um auf DV-Berater/Organisations-Programmierer und landete nach Kölner „EDV-Umwegen“ 1998 bei einer Wirtschaftsprüfungsfirma in Eschborn im Bereich Finanzen, wo sich sein Tätigkeitsfeld zwischen Technik und Finanzen bewegt. Dort ist er immer noch, inzwischen als Associate Director im Bereich Global Finance (Schwerpunkt interne Prozessoptimierung).
2005 wurde Tochter Katharina geboren, Peter verbrachte viel Zeit mit körperlicher Unbeweglichkeit und wog über 80 kg – „Zeit, etwas zu machen“, wie er sich erinnert. Und so begann seine zweite Leichtathletik-Karriere, wie bei vielen anderen auch mit Langlauf, nur für sich, ohne Verein. Ein Halbmarathon war ein erstes Erlebnis  in dieser Zeit. Um die Sache nun doch systematischer anzugehen, schloss sich Peter Ende 2005 der LG BSN an. 2006 lief er den Frankfurter Marathon, stellte aber fest, dass er doch lieber kürzer, intensiver und mit häufigen Wettkämpfen laufen wollte – also zurück zur Mittelstrecke, 36 Jahre nach seiner verpassten Quali zur Westdeutschen Meisterschaft.

2007 stieg Peter dann mit 45 Jahren richtig ins Wettkampfgeschehen ein - 2. Platz über 800m bei den Hessischen-, 9. Platz bei den Deutschen Meisterschaften waren die ersten „höheren“ Resultate. Ein Jahr später war es schon der 6. Rang bei den Deutschen. 2009 und 2010 forderte die berufliche Tätigkeit dann doch vorübergehend ihren Tribut. Viele Reisen und längere Abwesenheiten verhinderten einen kontinuierlichen Trainingsaufbau und daher gab es auch keine Meisterschaftsteilnahmen über 800m.
2011, nun in der Klasse M 50 angelangt, gab es dann für den trainingsmethodischen Autodidakten den ersten Deutschen Meistertitel und zwar über 400m. 2012 folgten weitere 3 DM-Titel über 400m und 800m, dazu noch Vizemeisterschaften über 800m und 1500m. In diesen beiden Jahren runden insgesamt 11 Hessenmeisterschaften die nationale Bilanz ab. Höhepunkt waren aber natürlich die beiden Weltmeistertitel 2012 in der Halle über 400m und  800m im finnischen Jyväskylä. Es waren die ersten beiden WM-Titel für AthletInnen der LG BSN.

Nach einem Regenerationsjahr 2013 mit stark reduziertem Training (aber immerhin mit 2 hessischen Hallentiteln) kam er bei den deutschen Hallenmeisterschaften 2014 mit den beiden Titeln über 400m und 800m zurück und holte sich kurzfristig zum ersten Mal einen deutschen Rekord (800m), den er aber kurz darauf wieder verlor. Als er ihn sich bei der Senioren-WM in Budapest zurückholen wollte, stürzte er schwer und musste aufgeben. Eine erneute Verletzung machte ihm dann leider auch noch die Sommersaison kaputt. So konnte er aber ausgeruht in das Wintertraining gehen – das grandiose Jahr 2015 war dann das Resultat. Ob erzwungen oder freiwillig – Regeneration ist ein elementarer Bestandteil eines erfolgreichen Wettkampfaufbaus. Peter ist auch der Meinung, dass die jahrzehntelange Pause sein Knochengerüst nicht so belastet hat wie es bei anderen Läufern, die sich durchgängig den Trainings- und Wettkampfbelastungen ausgesetzt haben, der Fall ist. Inzwischen ist er mit 55 Jahren auch in absoluten Zahlen über 800m schneller als er vor 36 Jahren in seiner Jugendzeit war.

Nach all den Meisterschaftserfolgen hat Peter nun ein großes Ziel, das auch durchaus erreicht werden kann: den Weltrekord der Altersklasse M 55 über 800m zu brechen. Ein wenig stand Tochter Katharina Patin bei dieser Idee. Als sie ihn einmal fragte, wie das denn mit den Rekorden so wäre und Peter etwas von Deutschem Rekord murmelte, kam die unbefangene Frage des kleinen Mädchens „Und warum willst du nicht Weltrekord laufen?“ Ja, warum denn nicht? fragte sich Peter und schaute in die Rekordlisten. Machbar, war die Antwort, aber nicht ohne sehr hartes Training. Und so ordnet Peter Oberließen sportlich alles dem großen Ziel unter (z.B. keine Hallensaison), das er schon zu Beginn der Freiluftsaison in Angriff nehmen will. „Weltrekord am 1. Mai am Sauerborn!“ – das wäre doch eine Schlagzeile.Vollzeit im Berufsleben, Familienvater, Leistungssportler mit deutschen Meistertiteln, deutschen Rekorden und Weltmeisterschaftsmedaillen – wie geht das? Nun, wie auch sonst im Leistungssport - mit der Disziplin eines wohlorganisierten Tagesablaufs, mit Verständnis und Unterstützung der Familie, mit Hingabe, Ehrgeiz und klaren Zielen. All das kommt bei Peter Oberließen zusammen – der Seniorenleichtathlet von der LG Bad Soden/Sulzbach/Neuenhain wurde Leichtathlet des Jahres 2015 im Main-Taunus-Kreis.

Beim Kreisleichtathletik-Tag am 26. Februar 2016 bekam der 55-jährige Prozessoptimierer (Unternehmensberatung) Ehrenpokal und Urkunde von Hans Theinl, dem Vorsitzenden des Wahlgremiums des Kreisleichtathletikverbandes, überreicht. In seiner Laudatio hob Theinl die beeindruckenden Erfolge von Peter im abgelaufenen Jahr hervor. Darauf wird noch einzugehen sein.

Mit Peter Oberließen wurde nach Klaus Wagner (2008) sowie Ellise Meyer (2010), Steffen Trenk (2011), Silke Pufahl (2012) und Anne Reuschenbach (2013) schon zum sechsten Mal ein Athlet oder eine Athletin der LG BSN mit dieser hohen Kreis-Auszeichnung geehrt – auch dies ein Zeichen für die ausgezeichnete Arbeit der hiesigen Leichtathletikgemeinschaft.

2015 war ein besonderes Jahr in der recht atypischen und auch nicht immer kontinuierlichen Karriere von Peter Oberließen. Von der Grundschulzeit bis kurz vor dem Abitur 1980 hatte er immer Leichtathletik betrieben. Danach während der Studentenzeit und zu Beginn seiner beruflichen Tätigkeit dann die große Pause. Erst 2005 fing er wieder mit Laufen an, bestritt 2007 seinen ersten Wettkampf für die LG BSN. Dazu später mehr. Trotz zweier Hallenweltmeistertitel in der Altersklasse M 50 im Jahr 2012 war 2015 sein bisher erfolgreichstes Jahr, jetzt in der Altersklasse M 55.

Eine imponierende Bilanz, die sich da für 2015 ausbreitet - von zwei 800m-Kreismeistertiteln (Halle und Freiluft) bis zu einer Bronzemedaille mit der deutschen 4x400m Staffel bei den Seniorenweltmeisterschaften in Lyon.
4x mal wurde er Deutscher Meister – jeweils 2x in der Halle und im Freien über 400m und 800m. Über 800m lief er erst in der Halle (sogar 2x, einer davon bei den Kreismeisterschaften!), dann im Freien Deutschen Rekord (gelaufen bei der Bahneröffnung in Bad Soden) und über 400m Hessischen Rekord. Dazu kamen 8 Hessische Meistertitel - 3 in der Halle (200m, 400m, 800m) und 5 im Freien (100m, 200m, 400m, 800m, 1500m). Nicht ganz so erfolgreich war sein Auftritt bei den Seniorenweltmeisterschaften in Lyon. Im 800m-Finale stolperte er schon nach 250m in einem Kurvengedränge über einen Mitstreiter – aus der Traum von einer Medaille. Eine kleine Entschädigung war dann die Bronzemedaille, die er mit der deutschen 4x400m Staffel gewann. In einer Staffel (4x200m) hatte er dann auch zum Saisonende noch einen Start – er wurde in die deutsche Nationalmannschaft für das Internationale Senioren Challenge, ein Länderkampf mit Frankreich und Belgien, im belgischen Saint Mard berufen.

Seinen ganz großen Auftritt hatte Peter aber Ende August 2015. Er wurde von der World Masters Athletics, dem internationalen Weltverband der Senioren-Leichtathletik, für einen Senioren-Wettbewerb nominiert, der im Rahmen der IAAF-Weltmeisterschaften Ende August in Peking (China) durchgeführt wurde, sporthistorisch handelte es sich um den ersten Auftritt von Seniorensportlern bei einer WM. Hier kam er in einem international renommierten M 50+ Feld auf einen großartigen 6. Platz über 800m. Dieser Lauf im vollbesetzten Olympiastadion in einer einmaligen Atmosphäre war eins der schönsten und nachhaltigsten sportlichen Erlebnisse in seiner Laufbahn.

Peter Oberließen lebt und arbeitet seit 1998 im Rhein-Main-Gebiet, seit 2005 startet er in für die LG BSN. Er begann in der 4. Grundschulklasse in seinem Heimatort Brilon (Sauerland) im örtlichen Turnverein mit der Leichtathletik. Wie viele Mädchen und Jungen in jungem Alter betrieb Peter auch noch andere Sportarten wie Tischtennis (auch im TV Brilon) oder Volleyball in der Schulmannschaft: „Sport war während der gesamten Schulzeit ein starkes Thema“. Seine leichtathletische Karriere verlief in diesen Schüler- und Jugendjahren nach dem üblichen Muster – Dreikämpfe, später Spezialisierung, in seinem Fall auf die Mittelstrecken, insbesondere 800m. Das vorläufige Ende kam dann vor dem Abitur. Seine 800m-Bestzeit reichte nicht für die Qualifikation für die Westdeutschen Jugendmeisterschaften. Die Motivation war weg, der Sport nicht mehr das große Thema, die engagierte Mitarbeit bei Amnesty International schon eher. Peter machte 1980 sein Abitur, studierte dann in Marburg, machte seinen Abschluss als Diplom-Politologe. So ganz ließ ihn der Sport während der Studienzeit aber nicht los. Jedes Jahr legte er das Sportabzeichen, meistens zusammen mit seinen Brüdern, ab - heute wieder eine liebgewordene Übung, inzwischen mit seiner Frau und der jüngsten Tochter, die noch zu Hause ist. Die anderen beiden Kinder sind inzwischen erwachsen.

Eine Politologen-Karriere hat Peter dann aber doch verworfen – während 18 Monaten schulte er um auf DV-Berater/Organisations-Programmierer und landete nach Kölner „EDV-Umwegen“ 1998 bei einer Wirtschaftsprüfungsfirma in Eschborn im Bereich Finanzen, wo sich sein Tätigkeitsfeld zwischen Technik und Finanzen bewegt. Dort ist er immer noch, inzwischen als Associate Director im Bereich Global Finance (Schwerpunkt interne Prozessoptimierung).
2005 wurde Tochter Katharina geboren, Peter verbrachte viel Zeit mit körperlicher Unbeweglichkeit und wog über 80 kg – „Zeit, etwas zu machen“, wie er sich erinnert. Und so begann seine zweite Leichtathletik-Karriere, wie bei vielen anderen auch mit Langlauf, nur für sich, ohne Verein. Ein Halbmarathon war ein erstes Erlebnis in dieser Zeit. Um die Sache nun doch systematischer anzugehen, schloss sich Peter Ende 2005 der LG BSN an. 2006 lief er den Frankfurter Marathon, stellte aber fest, dass er doch lieber kürzer, intensiver und mit häufigen Wettkämpfen laufen wollte – also zurück zur Mittelstrecke, 36 Jahre nach seiner verpassten Quali zur Westdeutschen Meisterschaft.

2007 stieg Peter dann mit 45 Jahren richtig ins Wettkampfgeschehen ein - 2. Platz über 800m bei den Hessischen-, 9. Platz bei den Deutschen Meisterschaften waren die ersten „höheren“ Resultate. Ein Jahr später war es schon der 6. Rang bei den Deutschen. 2009 und 2010 forderte die berufliche Tätigkeit dann doch vorübergehend ihren Tribut. Viele Reisen und längere Abwesenheiten verhinderten einen kontinuierlichen Trainingsaufbau und daher gab es auch keine Meisterschaftsteilnahmen über 800m.
2011, nun in der Klasse M 50 angelangt, gab es dann für den trainingsmethodischen Autodidakten den ersten Deutschen Meistertitel und zwar über 400m. 2012 folgten weitere 3 DM-Titel über 400m und 800m, dazu noch Vizemeisterschaften über 800m und 1500m. In diesen beiden Jahren runden insgesamt 11 Hessenmeisterschaften die nationale Bilanz ab. Höhepunkt waren aber natürlich die beiden Weltmeistertitel 2012 in der Halle über 400m und 800m im finnischen Jyväskylä. Es waren die ersten beiden WM-Titel für AthletInnen der LG BSN.

Nach einem Regenerationsjahr 2013 mit stark reduziertem Training (aber immerhin mit 2 hessischen Hallentiteln) kam er bei den deutschen Hallenmeisterschaften 2014 mit den beiden Titeln über 400m und 800m zurück und holte sich kurzfristig zum ersten Mal einen deutschen Rekord (800m), den er aber kurz darauf wieder verlor. Als er ihn sich bei der Senioren-WM in Budapest zurückholen wollte, stürzte er schwer und musste aufgeben. Eine erneute Verletzung machte ihm dann leider auch noch die Sommersaison kaputt. So konnte er aber ausgeruht in das Wintertraining gehen – das grandiose Jahr 2015 war dann das Resultat. Ob erzwungen oder freiwillig – Regeneration ist ein elementarer Bestandteil eines erfolgreichen Wettkampfaufbaus. Peter ist auch der Meinung, dass die jahrzehntelange Pause sein Knochengerüst nicht so belastet hat wie es bei anderen Läufern, die sich durchgängig den Trainings- und Wettkampfbelastungen ausgesetzt haben, der Fall ist. Inzwischen ist er mit 55 Jahren auch in absoluten Zahlen über 800m schneller als er vor 36 Jahren in seiner Jugendzeit war.

Nach all den Meisterschaftserfolgen hat Peter nun ein großes Ziel, das auch durchaus erreicht werden kann: den Weltrekord der Altersklasse M 55 über 800m zu brechen. Ein wenig stand Tochter Katharina Patin bei dieser Idee. Als sie ihn einmal fragte, wie das denn mit den Rekorden so wäre und Peter etwas von Deutschem Rekord murmelte, kam die unbefangene Frage des kleinen Mädchens „Und warum willst du nicht Weltrekord laufen?“ Ja, warum denn nicht? fragte sich Peter und schaute in die Rekordlisten. Machbar, war die Antwort, aber nicht ohne sehr hartes Training. Und so ordnet Peter Oberließen sportlich alles dem großen Ziel unter (z.B. keine Hallensaison), das er schon zu Beginn der Freiluftsaison in Angriff nehmen will. „Weltrekord am 1. Mai am Sauerborn!“ – das wäre doch eine Schlagzeile.