SSVG Herren I weiter im Pech

10.12.2012 - Stephan Hermanowski: „Ich glaub, ich steh´ im Wald!“

Samstag der 08.12.12. Die Männer der SSVG I machen sich auf zum Auswärtsspieltag beim Aufsteiger aus Naurod. Die positiven Eindrücke vom letzten Heimspieltag im Rücken, fahren elf Mann nach Naurod um die nächsten zwei Punkte für die SSVG in der Bezirksoberliga West einzufahren.
Mit brandneuen Trikots in Eichwaldgrün geht die Mannschaft ins Spiel. Leider gelingt es der Mannschaft die ersten zwei Sätze nicht, den positiven Trend des letzten Spieltages fortzuset-zen. Vielmehr spielen die Männer vom Eichwald wie echte Hinterwäldler und lassen mit einer durchwachsenen Annahme ihren Zuspieler Christian Regler gleich zu Beginn des Spiels mehrere Kilometer auf dem Feld zurücklegen.
In Addition mit unzähligen Fehlern im Angriff einer vernachlässigten Block- und Angriffssicherung und so mancher doch recht fragwürdi-gen Schiedsrichterentscheidung in puncto Berührung der Netzanlage, brachte ein sprachloser Coach Stephan Hermanowski nur noch einen Satz heraus: „Ich glaub´, ich steh´ im Wald!“
Die ersten beiden Sätze gingen jeweils mit 19:25 verloren und die Mannschaft sah sich mit einem 0:2 Rückstand konfrontiert. Eine ordentliche Pausenansprache durch ihren Coach sollte die Männer der SSVG 1 endlich in die Spur bringen. Einziges Problem: Die Mannschaft hatte ihren Zuspieler in den ersten beiden Sätzen so strapaziert, dass seine Knie streikten und er auf der Bank Platz nehmen musste.
Also besann man sich auf das Erfolgsrezept, mit welchem man auch schon gegen die Mannschaft der TG Römerstadt gewonnen hatte: Zuspiel durch den jeweiligen Mittelblocker von Position drei. Leider kam der Gegner aus Naurod mit dieser Variante besser zurecht als die Gegner aus Römerstadt und zuletzt aus Bommersheim und so wartete immer schon ein Doppelblock auf die Außenangreifer der SSVG Eichwald. Beim Spielstand von 2:8 bewies Trainer Hermanowski ein weiteres Mal seinen Mut zum Risiko: Die generelle Ansage „Zuspiel von der Drei durch unsere Mittelblocker“ wurde geändert und die Verantwortung des Zuspiels wurde auf Mittelblocker André Otto und Diagonalangreifer Michael Engelcke verteilt.
Aus unerklärlichen Gründen brachte diese Maßnahme Ruhe ins Spiel der SSVG und weckte den Kampfgeist der Mannschaft. Auf einmal stand die Mannschaft in Abwehr und Annahme enger und spielte mit der notwendigen Konzentration. Die Neu- Zuspieler Otto und Engelcke konnten ihre Angreifer das eine ums andere Mal in Szene setzen und so fand die Mannschaft wieder in ein schon fast verloren geglaubtes Spiel zurück. Eine Aufschlagserie von Engelcke beim Stand von 6:12 brachte die Mannschaft zum, zu diesem Zeitpunkt verdienten, 12:12 Ausgleich.
Die Mannschaft der SSVG 1 merkte „Hier geht noch was!“. Und so wurde um jeden Punkte gekämpft: Sowohl in Abwehr als auch im Block zeigten die Spieler endlich die Entschlossenheit, welche sie die ersten beiden Sätze hatten vermissen lassen. Mit zunehmendem spielerischen Erfolg kehrte auch der Spaß wieder zurück auf die Seite der SSVG Eichwald. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung sicherte sich die Mannschaft den dritten Satz völlig verdient mit 25:22.
Mit der Euphorie des dritten Satzes und mit unveränderter taktischer Aufstellung und Ausrichtung gingen die Männer der SSVG in den vierten Satz. Das Ziel war klar: Tie-Break!
Die Mannschaft konnte nahtlos an die zwar etwas ungewöhnliche aber doch positive Leistung des dritten Satzes anschließen und konnte den Satz über weite Strecken ausgeglichen gestalten. Leider schlichen sich beim Stand von 20:21 für die Gastgeber wieder kleinere Unkon-zentriertheiten auf Seiten der SSVG ein, sodass der Satz trotz erneut großer kämpferischer Leistung mit 22:25 verloren ging.
Fazit: Die Mannschaft scheint derzeit leider besser zu funktionieren, wenn sie ohne Zuspieler auf dem Feld agiert. Nicht weil die Zuspieler ihre Aufgabe nicht bravourös verrichten würden, sondern vielmehr weil dann die Verantwortung auf alle sechs Schultern verteilt ist und jeder für den anderen einsteht und kämpft.
Für die SSVG 1 spielten: Bäzner, Engelcke, Görges, Hohenleitner, Klotz, Knies, Koch, Lüpken, Otto, Regler und Rindermann. Coach: Hermanowski.