TG Bad Soden Volleyball, 2. Bundesliga Frauen

04.12.2012 - Oh, wie ist das schön

Bad Soden gewinnt nach schwierigem Start mit 3:1 (30:32, 25:15, 25:18, 25:21) gegen Stuttgart und bestätigt den zweiten Tabellenplatz.
Nach einem gemeinsamen Frühstück starteten die Sodenerinnen etwas behäbig in den ersten Satz und lagen schnell mit sechs Punkten zurück. Die Stuttgarterinnen offenbarten in Abwehr und Angriff ihre Dynamik und so konnte der Rückstand bis zum 17:21 nicht egalisiert werden. Nun zeigte sich aber die diesjährige Endspurtstärke der Sodenerinnen. Sie kämpften sich auf 24:24 heran und es kam zu einem nervenaufreibenden Schlagabtausch. Bis zum 30:30 konnte sich kein Team absetzen, doch dann zeigte Bad Soden eine kleine Unkonzentriertheit, die Frauke Neuhaus mit einem Ass eiskalt ausnutzte.
Die Mannschaft der TG war von diesem letztlich unnötigen Satzverlust zwar etwas entnervt, ließ es sich aber nicht anmerken und startete furios in den nächsten Satz. Sie erspielte sich eine 4-1-Führung und Abwehr und Angriff agierten nun konzentrierter. Auf der anderen Seite machte Chantal Laboureur ein beeindruckend gutes Spiel. „Wir haben sie bis zum Schluss nicht in den Griff bekommen“, gab Elena Kiesling anerkennend zu. „Aber gegen die starke Spielerin auf Stuttgarter Seite können wir zur Zeit fast immer vier gefährliche Angreiferinnen stellen, die Zuspielerin Katharina Kutschbach variabel einsetzen kann.“ So konnten auch die immer mal wieder auftauchenden Annahmeschwächen durch eine gute Teamleistung aufgefangen werden.
Satz drei gestaltete sich zunächst knapper, die Sodenerinnen leisteten sich gelegentlich noch einige Ungenauigkeiten. Doch durch gute Aufschläge wurde der Stuttgarter Annahmeriegel permanent unter Druck gesetzt. Insbesondere wenn Hanna Günther zum Aufschlag schritt, schienen auf der anderen Seite die Arme schon leicht zu zittern. Sie machte insgesamt mindestens fünf direkte Aufschlagpunkte und sorgte für einige Umstellungen auf Stuttgarter Seite.
Die Aufschlagstärke war auch im vierten Satz der Schlüssel zum Sieg. Die Stuttgarterinnen arbeiteten gut in Abwehr und Block, so dass Bad Soden in den längeren Ballwechseln die Angriffe jeweils mühsam bestätigen musste. Da kamen die Aufschlagpunkte mehr als gelegen, um den Satz mit 25:21 zu besiegeln und die Zuschauer am 1. Advent mit einem weiteren Heimsieg zu verwöhnen.
Gästetrainer Dirk Sauermann zog trotzdem ein positives Fazit: „Wir haben eine deutliche Steigerung zur Pokalniederlage gezeigt. Heute hatten wir viel weniger Schwankungen im Spiel und haben stabiler agiert.“
Nach einem harten Schnitt mit sechs Abgängen hatte Bad Soden im August das Saisonziel zunächst vorsichtig formuliert. 10 Siege in Folge zeigen jedoch eine tolle Kontinuität und nun spürt sogar Spitzenreiter Grimma den heißen Atem der Sodener Verfolgerinnen im Nacken. Bis auf einen Satz hat man sich an den Tabellenführer heran gekämpft, doch mit dem Tabellendritten Lohhof wartet nächste Woche eine weitere schwere Aufgabe auf die Mannschaft. (lb)